Bernd Sievert spricht mit Anne Christoph und Felix Pfeiffer vom Heilpädagogischen Reiterhof Fylgja in Bülstedt

Im Rahmen seiner Tour “Sievert im Gespräch“ besuchte Bernd Sievert, der Samtgemeindebürgermeisterkandidat der SPD Tarmstedt, den heilpädagogischen Reiterhof in Bülstedt. Er sprach mit Anne Christoph und Felix Pfeiffer über die positiven Auswirkungen der Arbeit mit Islandpferden auf die psychosoziale Entwicklung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Seit 1997 führen Anne Christoph und Felix Pfeiffer den Reiterhof am Dorfrand von Bülstedt. Anne Christoph ist ausgebildete Heilpraktikerin für Psychotherapie, Traumatherapeutin (PITT), Gestalttherapeutin, Musiktherapeutin und Reittherapeutin. Diese umfangreichen Kompetenzen ergänzt Felix Peiffer. Als ausgebildeter Lehrer hat er sein Wissen durch Zusatzausbildungen im Bereich Reitpädagogik und Erlebnispädagogische Jungenpädagogik erweitert. Darüber hinaus verfügt er über ein Diplom der Schaumburger Feldenkrais-Ausbildung. Mit diesen umfangreichen Kompetenzen der beiden Hofbetreiber hat der Hof Fylgja ein Alleinstellungsmerkmal über die Samtgemeinde Tarmstedt hinaus und ist für viele Eltern ein Anlaufpunkt, um ihre Kinder in ihrer psychosozialen Entwicklung positiv zu unterstützen. Dabei spielt die Arbeit mit den 5 Islandpferden und den 2 Shetlandponies eine wesentliche Rolle. Die beiden Reittherapeuten machten deutlich, dass ihre Arbeit da beginnt, wo häufig Schulen und Eltern an ihre Grenzen kommen. Das heilpädagogische Reiten orientiere sich nicht an einem für alle gleichen Lehrplan, sondern an den individuellen Bedürfnissen und Wünschen der Kinder und Jugendlichen. Ohne Leistungsorientierung und Leistungsvergleich. Dabei spielt natürlich die langjährige Berufstätigkeit bzw. Berufserfahrung der beiden Hofbesitzer im Umgang mit Kindern und Pferden eine wesentliche Rolle für den Erfolg ihrer Arbeit. Für Bernd Sievert, dessen Vater die hiesige Kooperative Gesamtschule (KGS Tarmstedt) in den siebziger Jahren gegründet hatte, war in pädagogischer Hinsicht sehr interessant, zu erfahren, dass die therapeutische Arbeit mit Pferden viele Möglichkeiten der Verhaltensmodifikation bietet. Er vermutete, dass selbst Schulen mit guten Konzepten und engagierten Lehrern oft durch die vorgegebene Struktur an ihre Grenzen kämen, sodass private Angebote wie die des Hofes Fylgja für viele Menschen wichtig seien. Zu Beginn der Pandemie musste die Arbeit auf dem Hof für drei Monate aufgrund eines Missverständnisses zwischen Hof und Landkreis eingestellt werden, obwohl es sich um heilpädagogische Angebote handelt, die eigentlich hätten weitergeführt werden dürfen. Das Engagement sowie das große Entgegenkommen der Eltern half den beiden, diese Zeit wirtschaftlich zu überbrücken. Für den Samtgemeindebürgermeisterkandidaten der SPD wurde sehr deutlich, dass Angebote wie die des Hofes Fylgja in der heutigen Zeit immer wichtiger werden und eine unerlässliche Ergänzung zu staatlichen Angeboten seien. In diesem Zusammenhang stellte Felix Pfeiffer fest, dass Kinder mit einem natürlichen Lerndrang und dem Vertrauen in die eigenen Fähigkeit zur Welt kommen, die dann aber oft durch biografische Belastungen oder negative Schulerfahrungen verschüttet werden und sich erst wieder Bahn brechen müssen.
Am Ende des sehr angenehmen Gespräches stellte Bernd Sievert die Frage, was sie sich von ihm wünschen würden, wenn er Samtgemeindebürgermeister ist!. Beide Therapeuten waren sich einig, dass die Samtgemeinde Freizeitangebote der unterschiedlichen Vereine und Initiativen unterstützen solle, die ihre Arbeit nicht nach dem Leistungsgedanken „Wer ist der Schnellste bzw. der Beste?“ gestalten. Darüber hinaus sollten diese Angebote gerade für Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern nicht vom Einkommen der Eltern abhängen. Auch das Jugendzentrum im Doktorhaus liegt den beiden sehr am Herzen. „Wenn Jugendliche keine Anlaufstelle haben, sind die Folgekosten für die Allgemeinheit um ein vielfaches höher,“ entgegenete Felix Pfeiffer. Weiterhin wünschen sie sich eine Förderung des heilpädagogischen Reitens durch öffentliche Institutionen. Abschließend würdigte Bernd Sievert die für viele Familien wichtige Arbeit der beiden engagierten Therapeuten.