ÖPNV

Die Samtgemeinde Tarmstedt gehört zu den flächenmäßig größten Gemeinden im Landkreis Rotenburg (Wümme). Die 8 Mitgliedsgemeinden sind aus meiner Sicht unzureichend an den ÖPNV angebunden. Die Bevölkerung wird immer älter und die Mobilität wird dadurch immer mehr eingeschränkt. Gerade für die ältere Generation stellt sich mit zunehmenden Alter immer öfter die Frage, wie man zum Arzt, zur Apotheke oder zum Einkauf nach Tarmstedt oder Wilstedt kommt? Aber auch junge Menschen, die noch keinen Führerschein besitzen, sind auf „Elterntaxis“ angewiesen, um soziale Kontakte zu Gleichaltrigen herzustellen.

Wir können uns damit nicht zufrieden geben, dass nur zu den Schulzeiten der Schülertransport aus den Dörfern geregelt ist. Wenn man in Betracht zieht, dass die Samtgemeinde Tarmstedt mit Zustimmung der Mitgliedsgemeinden die inzwischen gut angenommene und relativ rentable Busstrecke 630 von Bremen nach Zeven subventioniert, dann sind lediglich die Gemeinden gut angebunden, die an dieser Linie liegen. Eine Querverbindung von Rhade über Tarmstedt nach Sagehorn würde die Dörfer wie z.B. Hepstedt und Breddorf gut anbinden. Doch sie würde sich für ein Busunternehmen wahrscheinlich nicht rentieren. An dieser Stelle müssten alternative Konzepte entwickelt werden, die in anderen ländlichen Räumen erfolgreich durchgeführt werden. In diesem Zusammenhang denke ich z.B, an die Realisierung eines Dörpbus/Bürgerbus. Aber auch Anruf-Sammel-Taxis (AST) oder Anruf-Linien-Taxis wären denkbare Alternativen.
Eine Planung für ein Anruf-Sammel-Taxi gibt es für den Bereich Tarmstedt – Wilstedt – Bülstedt – Steinfeld – Vorwerk – Dipshorn – Quelkhorn – Ottersberg. Eine zügige Umsetzung wäre unbedingt erforderlich. Wir dürfen aber auch die Dörfer Hepstedt, Breddorf und Hanstedt, wie oben bereits erwähnt, dabei nicht vergessen.

Eine Alternative hinsichtlich des individuellen Personentransports wäre z. B. auch eine Mitfahrer-App, die es ermöglicht Mitfahrplätze im privaten PKW anzubieten, wenn man sich innerhalb der Samtgemeinde bewegt. Aber auch eine Erweiterung dieser App, die private Mitfahrangebote mit dem öffentlichen Nahverkehr verbindet, wäre denkbar. Der Fantasie darf hinsichtlich der Mobilität keine Grenzen gesetzt werden.

Ländliche Regionen sind in der Regel schlechter an den öffentlichen Personenverkehr angebunden. Es ist auch unsere Aufgabe als Kommunalpolitiker dafür zu sorgen, dass die Dörfer nicht abgehängt werden und die Lebensqualität durch eine unzureichende Mobilität eingeschränkt wird. Darüber hinaus zwingt uns der Klimawandel dazu, über neue Konzepte des Individualverkehrs nachzudenken. Deshalb hätte für mich als Samtgemeindebürgermeister das Aufgabenfeld des öffentlichen und individuellen Personenverkehrs eine hohe Priorität, wobei auch die Anbindung an die Deutsche Bahn mit einbezogen werden muss.