Familienfreundliche Samtgemeinde

Die Samtgemeinde Tarmstedt hat zusammen mit ihren Mitgliedsgemeinden in den vergangenen Jahren viel unternommen, um die Rahmenbedingungen für Familien freundlicher zu gestalten. Folgende Themen bzw. Rahmenbedingungen sind aus meiner Sicht unbedingt zu beachten, um für Familien attraktiv zu sein:

In diesem Zusammenhang denke ich an die Erhöhung der Kapazitäten der Krippen und Kindergartenplätze als auch den Ausbau der Grundschulen und der Kooperativen Gesamtschule. Für viele Familien ist die Ganztagsbetreuung ihrer Kinder in der Schule sehr wichtig. Das Konzept der Ganztagsschule muss in den nächsten Jahren im Bereich der Schulentwicklung einen hohen Stellenwert haben. Darüber hinaus muss es Eltern ermöglicht werden, im Bedarfsfall ihre Kinder auch in Kindertagesstätten der Nachbargemeinden unterzubringen. Hier könnte die Samtgemeindeverwaltung die Koordinationsaufgabe übernehmen. Die Träger der Einrichtungen sollten dann für einen erforderlichen finanziellen Ausgleich untereinander sorgen.
Das Wohnen in unserer Samtgemeinde gewinnt durch die Kooperative Gesamtschule an Attraktivität. Durch ihre besondere Struktur geht sie auf die vielfältigen Begabungen von Kindern und Jugendlichen ein und bietet vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur ortsnah alle Möglichkeiten der allgemeinen Schulabschlüsse. Darüber hinaus schafft sie durch die gemeinsame Beschulung der Kinder und Jugendlichen aus den verschiedenen Dörfern eine Identifikation mit der Samtgemeinde. Die aktuellen Inklusionsbestrebungen erweitern diese Gemeinsamkeiten auch in Hinblick auf bislang eher am Rand der Gesellschaft lebende junge Menschen. Die Aufgabe der Samtgemeinde ist es, diese positiven Konzepte mit den Schulen weiterzuentwickeln.
Als Schulträger der hiesigen Schulen entscheidet die Samtgemeinde nicht allein über schulische Angelegenheiten. Auch der Landkreis ist in vielen Fragen mit einzubeziehen. Es freut mich jedoch, dass der Landkreis seine Vorbehalte gegenüber Gesamtschulen im Laufe der Jahre aufgegeben hat.

Kostenmäßig sind die Schulen ein wesentlicher Posten im Samtgemeindehaushalt, und sie werden es auch bleiben. So steht z.B. als nächstes die Überprüfung der Energiebilanz als zusätzlicher Kostenpunkt an. Die notwendige Energiewende kann nicht nur durch Vorgaben aus der Landes- und Bundespolitik erfolgreich vollzogen werden, sondern auch Initiativen auf kommunaler Ebene sind diesbezüglich unerlässlich.

Für Kinder und Jugendliche gibt es in unserer Samtgemeinde die verschiedensten Freizeitangebote. Die Sportvereine bieten ein breites Spektrum an sportlichen Aktivitäten an. Weiterhin organisieren die Kirchen, das DRK, die Landjugend als auch die Schützenvereine Kinder- und Jugendgruppen. Selbst im Bereich Segel- und Modellflug kann man sich in unserer Samtgemeinde betätigen. In der offenen Jugendarbeit ist der Jugendtreff in Tarmstedt ein Anlaufpunkt für Jugendliche, der unbedingt erhalten und ausgebaut werden muss. Unsere sehr gut ausgestattete Samtgemeindebücherei ist ebenfalls bei Jung und Alt beliebt. Vieles ist in unser Samtgemeinde möglich, und darum müssen diese vielfältigen Angebote auch weiterhin unterstützt werden, denn sie sind ein wichtiges und positives Aushängeschild für unsere Samtgemeinde. Das gilt auch für die weitere Erhaltung der 3 bestehenden Freibäder. Hinsichtlich des vielfältigen kulturellen Angebots in Bremen als auch in Hamburg ist zu überlegen, welche Möglichkeiten sich für Bürger*innen bieten, um diese wahrzunehmen. Sowohl ältere als auch jüngere Mitbürger*innen würden diese „fast vor der Haustür“ liegenden Angebote sicherlich gern wahrnehmen, wenn sie die Möglichkeit hierzu hätten. Unsere Kinder sind zwar per Internet weltweit unterwegs, für sie sind aber interessante Veranstaltungen in benachbarten Städten immer noch fern. Darum ist der Ausbau des ÖPNV von besonderer Bedeutung. Aber auch Alternativen im Bereich der Mobilität sollten dabei nicht vergessen werden. Dazu gehören wie bereits an anderer Stelle erwähnt z. B. Mitfahrer-Apps. Verschiedene Vereine und Initiativen organisieren unterschiedliche kulturelle Angebote wie z.B. „Rock den Lukas“, Erntefeste, Chorveranstaltungen oder auch plattdeutsches Theater. Das Kul-turforum, der Heimatverein … als auch Veranstaltungen der Sportvereine finden in der Bevölkerung eine positive Resonanz. Dieses Engagement sollte unbedingt weiter unterstützt werden.
Die Pandemie hat uns gezeigt, dass für viele Familien die Arbeit im Rahmen des Home-Office zur Normalität wird. Dazu benötigen wir im Bereich der Samtgemeinde ein sehr gutes digitales Netz. In diesem Zusammenhang sind ein gutes Mobilfunknetz als auch Glasfaseranschlüsse für alle Haushalte unbedingt erforderlich. Wie schon an anderer Stelle erwähnt, spielt für eine arbeitnehmerfreundliche Samtgemeinde die Mobilität eine wichtige Rolle. Die Bahnhöfe müssen mit öffentlichen Verkehrsmitteln für Arbeitnehmer gut erreichbar sein. Aber auch die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen in den Gewerbegebieten der einzelnen Gemeinden sind wichtig, um wohnortnahe Arbeit zu finden.
Die ärztliche Versorgung ist zurzeit in der Samtgemeinde gut. Diese gute Versorgung gilt es zu erhalten und auszubauen. Der Ärztemangel wird aber auch bei uns zu spüren sein, wenn Mediziner in den Ruhestand gehen. Darum müssen langfristige Konzepte entwickelt werden, um Tarmstedt für junge Ärzte attraktiv zu machen. Es gilt aber auch die Samtgemeinde für Fachärzte attraktiv zu machen. Im Bereich der Apotheken und Physiotherapiepraxen sind wir gut aufgestellt. Aber auch hier ist es wichtig, die weitere Entwicklung im Auge zu haben. Aufgrund unseres guten Gesundheitswesen werden auch in unserer Samtgemeinde immer mehr ältere Menschen leben. Ein schöner Gedanke. Das Älterwerden hat aber auch zur Folge, dass immer mehr ältere Menschen Pflege benötigen. Darum wird in Zukunft die Frage der häuslichen Pflege als auch der Tagespflege einen größeren Stellenwert für viele Menschen einnehmen. Diese Aufgabe würde ich als Samtgemeindebürgermeister im Blick haben.
Durch die Nordpfade bietet Tarmstedt attraktive Wanderwege, um Fauna und Flora zu genießen. Weitere Anlaufpunkte für Wanderer sind der Moorpfad oder auch die Hügelgräber in Steinfeld. In Zukunft werden die Naherholungsräume aufgrund der veränderten Mobilität und des veränderten Freizeitverhaltens immer mehr gefragt. Tarmstedt ist durch seine Tourismusinformation im Rathaus gut aufgestellt. Aber auch in diesem Bereich müssen neue Konzepte das veränderte Freizeitverhalten im Blick haben. In diesem Zusammenhang muss auch dem Erhalt der vorhandenen Gaststätten eine hohe Priorität beigemessen werden. Sie sind auch für das Vereinsleben von großer Bedeutung. Die Zahl der Radwanderer nimmt ständig zu. Durch die Samtgemeinde führen die unterschiedlichsten Radwanderwege. Darum brauchen wir dringend eine Bestandsaufnahme des Radwegenetzes. Radweglücken an den Land- bzw. Kreisstraßen müssen dringend geschlossen werden. In den letzten Jahren wurden einige Unterkünfte für den Tourismus geschaffen. Ein Angebot für z.B. Bed and Bike ist gerade für durchreisende Radwanderer wichtig. Diese Übernachtungsmöglichkeiten müssen weiter ausgebauten werden. Der Klimawandel wird immer mehr Menschen dazu bewegen, Urlaub in unserer schönen Region zu machen. Dazu brauchen wir attraktive Angebote.
In Bezug auf den Einzelhandel sind wir in der Samtgemeinde relativ gut aufgestellt. Hier muss die Politik gemeinsam mit dem Einzelhandel Konzepte entwickeln, damit Leerstände vermieden und Geschäftsaufgaben verhindert werden. In letzter Zeit sind viele Hofläden entstanden. Hier haben wir alle die Möglichkeit direkt vom Erzeuger*innen unseren Bedarf zu decken. Diese Möglichkeiten gilt es noch weiter zu fördern und auszubauen. Hier denke ich auch an eine Wiederbelebung der Wochenmärkte. Der Wunsch der Bürger*innen regionale Produkte zu kaufen, hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Das mag zum Einen an dem gestiegenem Umweltbewusstsein liegen und zum Anderen auch daran, dass die Verbraucher immer mehr regionale Produkte bevorzugen.